Perth to Darwin – kurze Geschichte einer langen Reise

•April 24, 2010 • 6 Kommentare

In den letzten zwei Wochen habe ich die riesigen Ausmasse dieses Landes etwas ausfuehrlicher mehr erleben koennen.

In einem Mietauto, einem riesiger Holden Commodore, ging es von Perth nach Darwin. Immer schoen entlang auf dem Highway No.1,  der einmal rund ums Land fuehrt. In 3 Wochen wurden mehr als 6000km zurueck gelegt. Eigentlich sind es nur ca. 4500 km  – laut maps.google, dank der Sidetrips wurden es dann doch etliche mehr.

Los geht der Roadtrip unterm Souther Cross, dem Sternbild, das als erstes aufgeht und sooooooo charakteristisch fuer die Suedhalbkugel ist. Dieses Bild zeigt den ersten Stop am ersten Roadhouse. Diese liegen doch dichter beisammen als gedacht. Oft muss man von einem zum anderen kaum mehr als 300km fahren, dafuer ist dazwischen wirklich nichts, keine Zivilisation in Form von Haeusern, Menschen, nurNatur, Sonne, Himmel, Tiere und Strasse und … Roadkill: tote Tiere am Strassenrand.Besonders beeindruckend finde ich den Verwesungszustand, so halb halb, beim Schwanz ist schon das Skelett zu sehen, aber auch noch bissl was drumherum. An einem Tag waren wir spaet dran und mussten bis zum Uebernachtungsplatz noch einige Kilometer im Dunkeln fahren. Da Kaengurus nachtaktive Tiere sind, ist es schon etwas gefaehrlich zu dieser Zeit in einem normalen Auto – normal heisst ohne Bull vorne dran und ganz lang vorneweg reichenden Scheinwerfern – unterwegs zu sein. Prompt tauchte ein richtig grosses Tier neben uns am Strassenrand auf. Jeder, der hier in OZ unterwegs ist weiss, dass Kaengurus nicht ausweichen. Im Gegenteil sie werden fuer sau bloed gehalten, da sie dem Licht nicht ausweichen, sondern einfach drauflos springen. Eben ihrem Fluchtreflex folgen. Nur der fuehrt im Strassenverkehr leider fast immer zum Tode des Tieres oder zu arg eingedrueckten Motorhauben und Windschutzscheibenschaeden. Wir haben die Richtlinien der Autovermietung gebrochen und sind dem Tier ausgewichen. Zum Glueck gabs auf dem Highway nix wo wir haetten gegen fahren koennen und zum Glueck ist das Tier schraeg ausgewichen, so dass wir alle mit einem gehoerigen Schrecken davon gekommen sind.

Einer unserer Schlafplaetze war dieser. Wir naechtigten in Hoer- und Sichtweite zum indischen Ozean, irgendwo in der Shark Bay. Herrlich war das! Das Auto war so gross und bequem, das wir das Zelt nur aufbauten, wenn es zu heiss war und die Muecken uns zu sehr zu setzten. Ein begehrtes Reiseziel ist die Pinnacle Desert bei Shark Bay, neben vielen anderen Touris waren wir auch dort. In mitten eines sandigen, aber mit niedrigen Straeuchern, Baeumchen und hartem Steppengrass bewachsenen flachen Landstrichs taucht auf einmal diese kleine Wueste auf und in ihr stehen so Saeulen. Wieso, weshalb und warum das so ist, das weiss keiner so genau. Unter anderem wird vermutet, dass es sich um versteinerte Baeume handelt, die in Kuestennaehe wuchsen und im Laufe von Jahrmillionen versteinert und wieder freigelegt wurden. Fuer Liebhaber des 4WD gab es einen Loop, der mit dem Allradauto gefahren werden durfte, um der grossen japanischen Tourigruppe aus dem Weg zu gehen, sind wir diesen Loop zu Fuss gegangen. Das hat sich gelohnt, denn so waren wir zeitweise fast allein zwischen diesen Saeulen und konnten Emus bei der Futtersuche beobachten. Unser Reiseweg fuehrte uns auch an diesen Dingern vorbei. Was auf der ersten Blick wie Steine im Meer aussieht, sind Bakterien die CO2 in Kalkstein umwandeln und dabei Sauerstoff abspalten und so fuer den Ursprung allen Lebens auf der Erde sorgten. Krass, oder!?! Diese Bakterien leben immer noch und bilden nach und nach diese Gesteinsformationen. Diese Reise bringt mich dem Aequator so nahe, wie ich es bisher noch nie war. Erstmal habe ich an einem Tag im April den 23,5 Latitude (Breitengrad) ueberschritten und befinde mich nun im Wendekreis der Tropen. Die Luft wurde zunehmend stickiger, d.h. mehr Luftfeuchtigkeit, mehr Sonnenhitze, weniger Wind, abends weniger Abkuehlung und mehr Muecken, mehr Palmen, mehr Gruen … eben tropischer. Da passt das Schnorchelfoto ganz gut rein. Wir sind zum Ningaloo Reef gefahren. Das ist ein Korallenriff, das ebenso schoen und toll und gross und bunt sein soll, wie das beruehmte Great Barrier Reef an der australischen Ostkueste. Das Ningaloo Reef hat den enormen Vorteil, dass es mehr geschuetz und weniger von Touristen ueberlaufen ist! Hier also habe ich die Welt des Schnorchelns fuer mich entdeckt. Nach ein paar heftigen Schlucken Salzwasser, habe ich auch begriffen, wie man das Schnorchel nach einem Tauchgang leert ohne es aus dem Mund zu nehmen. Die Unterwasserwelt ist krass und man kann ganz leicht die Zeit vergessen, beim beobachten der Planzen und Fische und Wasserbewegungen und fast schwerelosem dahingleiten durchs Wasser. Ich war nur in Kuestennaehe unterwegs und habe das Riff selber gar nicht gesehen, Grund: Geldmangel, aber selbste der Kuestenstreifen war beeindruckend fuer ne Anfaengerin.

Ich kann mich noch immer nicht sattsehen an den endlos langen Strassen, der Landschaft, die sich stundenlang kaum veraendert und ploetzlich dann doch anders ist. Bei einer Pause erwischte ich diesen eher kurzen Roadtrain. Die Limitierungen fuer diese laaaaaangen Laster lag ziwschen 36,5 und 53,5 m. Diese riesen Maschinen brausen mit 110km/h dahin und bremsen fuer (fast) nix. Der rote Kontinent! Dieses rot ist unglaublich, besonders bei Sonnenuntergang oder auch hier frueh am Tage leuchtet der Sand ganz besonders schoen. Dieses Bild entstand auf einem der Rastplaetze, auf denen kostenlos 24 h lang gestanden werden darf. Wir und viele andere Reisende nutzen diese als Uebernachtungsplatz und selbst wenn wir tagsueber nur wenige Autos auf der Strasse sahen, spaetestens zum Sonnenuntergangen fanden sich eine handvoll davon auf den Rastplaezen ein. Um so weiter wir nach Norden kamen, um so gruener wurde die Landschft und diese wundersamen Baeume “Boabs” tauchten auf. Die dicken Staemme sehen bisschen aus wie Flaschenhaelse aus denen dann die Aeste ragen. Manche von ihnen, die ganz alten waren sogar teilweise hohl. Sie muessen sehr sehr alt gewesen sein.

The Australian Aboriginal legend of the Boab Tree:“When the tree God created the Boab Tree it was to be the most beautiful of all trees in the universe, with the most beautiful flowers and bearing the juiciest fruit. But as the tree grew to maturity its flowers were mediocre and its fruit had a bad odour and tasted vile. The Tree God became so angry that he yanked the Boab out of the ground and slammed it back in the earth upside down and that is why today, when you see a Boab tree, it looks as if its roots are growing up in the air.”

Auf dem Weg von Perth nach Darwin kommt man unweigerlich, eigentlich, am Karijini National Park vorbei. Aus der flachen Landschaft erheben sich nicht allzu hohe Berge und bei manchen kann man von weiten Risse erahnen und sich irgendwie schon vorstellen, dass dort tiefe Schluchten sein koennten. So recht wollte ich das aber bei der Anreise nicht glauben. Jedoch beim naeheren hinsehen, sprich beim spazieren durch die Schluchten hin zu wunderschoenen Wasserfaellen und natuerlich entstandenen Pools, da kam ich schon sehr ins Staunen. Meterhohe Felswaende ragten dem Himmel entgegen, meine Fuesse standen im fliessend kuehlen Nass und hinter der naechsten Felsecke wartete ein beeindruckender Pool umgeben von Felsen auf mich. Wir kommen Darwin und dem Aequator immer naeher, selbst Verkehrsinseln, wie hier in Broome deuten darauf hin. Ab Broome wurde aus unserem herrlich relaxtem Trip, mit Stop hier und da, ein “Leben auf der Strasse”. Jeden Tag im Auto, jeden Tag auf dem Highway, jeden Tag “Autokino”. Diese relative Eintoenigkeit versuessten wir uns mit Hoerspielen und Popkorn! Yeah, Popkorn im Auto, Campingkocher raus, Mais rein und schwupps fertig ist das Vergnuegen. Da ist es doch sehr von Vorteil, dass die Strassen leer sind und meistens gerade aus fuehren.

SONNENUNTERGAENGE -  habe ich in unglaublicher Vielfalt erleben koennen. Absolut fantastisch!

Adelaide und Indian Pacific

•März 28, 2010 • 1 Kommentar

Ok, ich unternehme nun einen weiteren Versuch meinen Blog wieder so nah wie moeglich an meine aktuelle Realitaet hier zu bringen. Das ist gar nicht so einfach, denn die Saetze hier entstehen erst, wenn ich am Computer sitze. Die Inhalte sind schon da, werden aber auch erst am Rechner sortiert und in Form gebracht. Irgendwie ist das Verhaeltnis von Reistetempo und Erlebnissen nicht kongruent. In Bewegung sein, heisst nicht automatisch mehr erleben und mal laenger an einem Ort bleiben, hat auch nix mit nix erleben zu tun.

Camp Coorong

Bevor ich in Adelaide ankam, tauchte ich zufaellig, aber intensiv in ein anderes Leben ein. Bei einer Stipvisite im Camp Coorong im Coorong Nationalpark, wir wollten eigentlich dort naechtigen und im “Musseum” etwas ueber die dort ansaessigen Aborigines erfahren, durften wir an einem traditionellen Maori -Hanghi – Essen teilhaben. Es fing an mit der simplen Frage, ob wir auf dem Campingplatz naechtigen duerften, denn wir brauchten nach 4 Tagen ohne, mal wieder eine Dusche. Wir hatten unsere Informationen aus der Traveller-Bibel, die ich inzwischen auch nur noch hervorkrame, wenn ich was nuetzliches, wie Campingplatz oder Hosteladresse brauche. Der nette, aeltere, Aborigine sagte, wir koennten gern duschen und uns im Museeum umsehen, aber uebernachten koennten wir nicht, denn sie seien ausgebucht. Sie haben gerade eine Gruppe Jungs mit ihrem Sozialarbeiter da. Prima, er zeigte uns die Duschen, fuehrte uns durchs Museeum, bot uns Instantkaffee und Kekse an und so kamen wir mehr und mehr ins Gespraech mit ihm und mit den anderen und eben auch dem Sozialarbeiter. Dieser kommt urspruenglich aus Neuseeland und die Wurzeln seiner Familie liegen auf Samoa.

Uebrigens, kleine Sidestory: er erkundigte sich nach meinem Tattoo, er hatte selber seine gesamte Lebensgeschichte auf traditionelle Samoa-Art auf die Beine vom Knie aufwaerts bis zu Huefte taettowiert. Als ich den Namen Jabba erwaehnte stutzte er und meinte, er kenne ihr. Wow! Ja, das kann auch wirklich sein, denn Jabba erzaehlte mir von seiner Neuseeland/Australienreise und Tattooists kennen sich, ist doch klar :)

Jedenfalls war er mit den Jungs im Camp Coorong, um “mans stuff” zu lernen, klassische paedagogisch-kulturelle Bildungsarbeit. Fuer ein paar Tage waren die Kids mit ihm dort um etwas ueber die Wurzeln und Riten ihrer Vorfahren zu lernen. Dazu gehoerte eben auch das Hanghi. Er lud uns ein zu bleiben und mitzuessen. Wir nahmen danken an. In ein grosses Erdloch wurde gluehendes Eisen (frueher war es nur gluehendes Holz) gegeben, darauf wurden dann die Koerbe mit dem Essen (Lamm, Schwein, Suesskartoffeln, Moehren, Kohl und eine Brotkrumenmischung) gegesetzt, dann kamen nasse Tuecher drueber und am Schluss wurde alles mit Erde zugedeckt und nun hiess es drei Stunden warten.  Als es soweit war, wurde alles vorsichtig aus der Grube gehoben. Ich durfte zusehen, aber nicht mit helfen, “man stuff”. Das Fleisch war unglaublich zart und schmeckte etwas geraeuchert, ziemlich lecker. Die Freundlichkeit und Offenheit, mit der sie uns begegnet sind, macht mich noch heute sprachlos. uns stand die ganze Zeit ein unglaeubiges Laecheln im Gesicht. Und es kommt noch besser. Das Essen wurde von dem Sozialarbeiter mit einem tradionellen Spruch auf samoisch und vom Aboriginal Priest mit einem Gebet begonnen. Wir als Gaeste durften gleich nach den Gastgebern, denjenigen, die das Camp betreiben, ans Buffet. Um alles zu toppen, hatte auch noch die Frau des Betreibers Geburtstag und er hielt eine ergreifende Rede auf sie und ihr gemeinsames Leben. Spaeter am Abend hielt eine anwesende Polizistin ebenfalls eine Rede, direkt an die Jungs gerichtet. Sie ist eine Art Verstaendigungsbeamtin, mit Aboriginal Wurzeln, lebt in ihrer Aboriginal Community und vermittelt zwischen dieser und der “weissen” Welt. Das ist ein ganz neues Programm der Regierung in South Australia. Die Jungs hoerten mit grossen Augen und schuechternem, skeptischen Blick zu. Sie hat sie in irgendeiner Art getroffen, das war ihnen anzusehen. Ausserdem ist es im Teenager Alter sowieso spannend eine Polizistin hautnah zu erleben. Sie war sympathisch, so dass ich mich frage, warum sie bei der Polizei und nicht bei den Paedagogen ist. 

Am naechsten Morgen wurden wir zum Fruehstueck eingeladen und lauschten nochmals einer Rede. Diesmal vom Campbetreiber selber , eine Abschiedsrede an die Jungs. Er wies in schoenen, authentischen Worten darauf hin, dass es gut und notwendig sei, zu wissen woher man kommt, um zu wissen wohin man geht. “It is always good to know how your roots are, so you can step into the future.” Er verwiess auch nochmal auf die Bedeutung der Elder (der Alten) der Aborigine Staemme und das die jungen immer, wenn sie Rat oder eine Schulter zum Anlehnen und orientieren braeuchten zu den Elder ihrer Gemeinschaft gehen koennten und sollten, statt Zuflucht in Drogen und Kriminalitaet zu suchen.

Dieses intensive Erlebnis laesst sich schwer in Worte fassen, das ganze drumherum, besonders die Menschen mit ihren Gesichtern, gehoert ja zum Erlebnisgefuehl dazu. Es ist mehr ein Bedeutungsgefuehl als eine Erlebnisgeschichte.  … Ein Abend prall gefuellt mit Erlebnissen der besonderen Art, die nicht im Reisefuehrer stehen, die unbezahlbar sind und die wir miterleben durften.

Von dortaus waren es gute 100km bis Adelaide und die Ankunft in der Stadt riss mich voellig aus dem vorherigen raus. Es war heiss, wirklich heiss (im Coorong Nationalpark wehte eine kuehle Seebrise), laut, bunt und voller Menschen.  

Zum Glueck bewohnte ich ein Zimmer mit Balkon:

Adelaide – 1 Woche “normales” Stadtleben

Gluecklicherweise brauchte ich auch diesmal nicht in einem Hostel mein Bett beziehen. Ich durfte bei einer Freundin einer Freundin wohnen. So verbrachte ich eine herrliche Woche in einem shared house, einem WG Haus mit 6 MitbewohnerInnen. Kaum an der Haustuer angekommen, war ich schuechtern, wie ich es schon lange nicht mehr war. Erst dort wurde mir bewusst, dass ich ohne weitere Bedenken bei wildfremden Menschen meine Unterkunft organisiert hatte. Hohoho, Lydschii geht neue Wege! … … … Minnie ist eine gute Freundin einer lieben guten Freundin von mir und somit hatte ich schon mal Vertrauen im Vorschuss. Und was soll ich sagen, es war grossartig in einem WG Haus mit 6 sehr unterschiedlichen, aber unglaublich freundlichen und aufgeschlossenen Menschen zu wohnen. Meine Tage verbrachte ich mit spaetem Aufstehen, mit RADFAHREN ! Mit dem Helm kam ich mir ein bisschen bloed vor, aber die Stadt von zwei Raedern aus zu sehen, war toll. Und es gab eine Menge zu sehen. Adelaide platze aus den Naehten, denn drei Festivals fanden zeitgleich statt.

Zum einen das WOMadelaide, das Musikfestival auf dem Calexico und Xavier Rudd spielten und der Grund warum ich genau zu dieser Zeit an diesem Ort sein wollte. Leider war es fuer mein dahin geschmolzenes Budget zu teuer, so verbrachte ich nur einen ganzen Tag dort. Um so schoener war dieser, wenn auch verregnet. Und es heisst in Adelaide regnet es im Sommer nie und zum WOMadelaide schon gar nicht. Also, hab ich wiedermal was besonders erlebt :)

Dann war noch Fringe, ein krasses Kunstfestival, dass vier Wochen lang alles aufbietet, was Kunst, Comedy, Artistik, Theater und Cirkus zu bieten haben. Sarah und Kerstin ueberredeten mich mit  in eine Drag Show zu kommen. Ich liess es geschehen, denn es war ein schlechter Tag fuer meine Stimmung und Entscheidungsfreudigkeit, sprich ich hing extrem durch und liess mich gern irgendwo mit hinnehmen. Und es hat sich gelohnt, es war eine lustige Show in der die Drags tanzten und herrliches Playback sagen und ziemlich lustig viele bekannte Filme verarschten. Ich konnte lachen. Hingegen hat sich das Bier nicht gelohnt: Becks. Ja, ich habs getan, ich habe Becks getrunken, aber nur weil es nichts anderes gab. Das muss man sich mal vorstellen, ein bunt geschmueckter Park mit viel herrlich leuchtendem Klimbim und Dekokram alles im Circus, Variete Stil und dann gibt’s dort Becks. Hat ueberhaupt nicht geschmeckt. Tut es das zu Hause auch nicht? Oder bin ich schon zu sehr an das doch recht gute Bier (e.g. Cooper Pale Ale, gebraut in Adelaide) hier gewoehnt?

Teil der Fringe war ein Streettheatre Festival, so habe ich bei meinen zahlreichen Ausfluegen in die Innenstadt richtig gute, hochklassige Strassentheater Kunst erlebt. Einer der Kuenstler, aus Belfast, sagte dies sei das gerechteste Theater ueberhaupt (er benutzte die Worte socialism theatre), denn jeder brauche nur so viel geben, wie ihm die Vorstellung wert gewesen sei :)

Der letzte Abend irgendwo ist bekanntlich der schoenste und so war es auch in dem verrueckten Shared House. Ich habe ein Zwiebelbrot gebacken, Kaese und Rotwein besorgt und alle um den Tisch versammelt. Sie waren begeistert, und noch viel mehr beeindruckt hat sie meine Geschichte ueber dieses Brot (Danke, liebe Grosseltern!). Wir lachten und scherzten und tagsdrauf verlies ich das Haus mit schoenen Erinnerungen im Kopf, netten Spruechen in meinem “Poesie”-Album und einem herrlichen Gruppenbild!

Bevor ich zum Ende komme: die Fahrt mit dem Indian Pacific, 39 Stunden fuer etwa  2500km war weniger langweilig als befuerchtet. Manchmal war sogar der Ausblick auf die Nullabor Plain – eine rote Steinwueste – interessanter als mein Sitznachbar, obwohl sich der Ausblick fuer ca. 8 Stunden kaum veraenderte und man eigentlich ueber zwei Naechte hinweg sich mit seinem Sitznachbarn “anfreundet”. Aber der sehr junge Mann wurde fuer mich immer langweiliger. Da kann er nix dafuer, nur unsere entgegengesetzte Reisevorstellung. Er ist die Sorte Backpacker, die spaeter Urlaub auf Mallorca machen. Frische 19 Jahre und gleich nach dem Abi in D. auf in die “weite Welt” von Hostel zu Hostel surfen, nur selten nuechtern werden, laut sein und es supertoll und cool finden mit 19 Leuten in einem Zimmer zu schlafen, achwas “Party zu machen”, Highlights des Landes abhaken und wenn das Geld ausgeht, die Eltern anrufen. Er war nett, aber seine Stories uninteressant und meine waren es fuer ihn ebenfalls. Ein schlimmer Nachbar war er zum Glueck nicht, es war dennoch eine angenehme Fahrt.

Die Sitze waren gross und bequem, mit den Fuessen konnte ich nicht an den Sitz vor mir. Im Gegenteil, wenn ich sie auf mein Handgepaeck gelegt habe und die Sitzlehne auf ihre weiteste Position gebracht habe, lag ich fast (nur fast) waagerecht und habe herrlich geschlafen.   

Leider kann ich hier keine Photos hochladen, die Internetverbindung ist zu schwach, und der Artikel ist schon ne halbe Bleiwueste und um diese nicht noch laenger zu machen vertroeste ich Euch doch wieder auf den naechsten Artikel, dann wird dieser hier auch mit Bilder aufgehuebscht.

So, nun am Karfreitag ahb ich’s geschafft. Jetzt hat der Artikel Bilder (auch auf Flickr gibts viele neue!) und ihr habt erstmal wieder ‘ne BlogLesePause.

Bis Bald, Eure Lydia

im Westen gibt’s Neues

•März 11, 2010 • 3 Kommentare

Great Ocean Road with jumping Pictures

… so simpel laesst sich mein ”laughing roadtrip” entlang der Great Ocean Road zusammenfassen.

 Auf diesem Bild ist v.l.n.r. sehr gut zu erkennen, wer Uebung hat im springenden posieren fuer Urlaubsbilder! Der Trip war wirklich ein typsicher IchBinUrlauberUndHalteAnJedenFotostoppAnUndMacheEinBild! – Trip und es war herrlich! Herrlich entspannt, obwohl wir vier uns erst Montag morgens um 7 Uhr zur gemeinsamen Abfahrt trafen. OK, Annalisa und ich hatten zwei Tage Vorsprung.

Die Great Ocean Road ist eine TouriStrasse entlang der Suedkueste westlich von Melbourne. Etwa 250km lang folgt sie ziemlich exakt der Kuestenlinie und diese ist spektakulaer! Beginnend mit soften Straenden, die wohl mit die besten Surfstraende sein sollen, und dem Staedtchen Torquay – beruehmt fuer sein Surfmuseum und Surf-Klamotten-Outlet-Stores, ausserdem kommt Xavier Rudd (!) von dort. Dann langsam aber sicher wird die Kueste felsig. Rot. Organge. Ocker.Braun … alle Farbmischungen dieser Richtung kommen in diesen Kalk- oder Sandsteinformationen vor. Wenn ich jetzt mehr Ahnung von Steinen und Geologie haette, koennt ich Euch was erzaehlen. Habe aber leider nicht einmal genug Zeit was nachzulesen und Euch das wissen zu lassen. Die beruehmteste Formation wird “12 Apostel” genannt, wohl weil die Felsen so aufrecht im tosenden Meer stehen. Auf der Touriaussichtsplattform entstand das obrige Bild.

Koalas, es gibt sie wirklich! Hab sie mit eigenen Augen gesehen und eigener Kamera knipsen koennen! Look: Wir fuhren nichts ahnend den kleinen Abstecher zu einem Leuchtturm entlang, als hinter einer Kurve ploetzlich etliche Autos parkten und Menschen mit dem Blick in die Baeume regungslos da standen. Koalas! Der Leuchtturm hat sich nicht gelohnt, angepriesen als der “most magnificent lighthouse”, wollten sie viele Dollar Eintritt haben! Nee, ohne uns, also wieder rein ins Auto, fahren und beim naechsten “scenic view” raus aus dem Auto, Foto, kucken, staunen, rein ins Auto, fahren, zu Robbie Williams singen, aussteigen, u.s.w.u.s.f.

Drei herrlich froehliche Tage vergingen wie im Flug. Wir Maedels schwatzten und lachten viel. Vermutlich sind wir unserem maennlichen Reisegenossen etwas auf die Nerven gegangen, denn er wurde mit jedem gefahrenen Kilometer ruhiger. Schneller als gedacht hiess es Abschied nehmen, denn den Rest der Reise nach Adelaide wuerde ich mit den inzwischen wohlbekannten ReisegenossInnen aus Tasmanien fortsetzen. An einem Strand am Ende der Great Ocean Road fand die Uebergabe statt. Ein herrlicher Strand, lang, weiss, tuerkises Meer und tolle Wellen. Ich stieg nun zu Juergen in seinen saucoolen Ford Falcon. Die beiden Maedels waren in ihrem 2Personen-Ed unterwegs. 

Nach einem entspannten Tag am Meer, herrlichem Getobe in den Wellen, meiner ersten Nacht NICHT im Hostel, sondern in diesem saucoolen Falcon, machten wir uns auf den Weg in die Grampians (ein weiterer Nationalpark, zum wandern). Nun erst setzte sich richtig das Gefuehl ein auf einem Roadtrip zu sein. Wir hoerten ordentlichen Rock’n'Roll, ordentlich laut und die Strasse vor uns war leer. Ab und zu kam uns einer dieser riesigen LKWs entgegen. Hinter uns der Ed, vor uns die Urlaubsfreiheit. Grossartig!  Im Nationalpark verbrachten wir drei Tage mit Tageswanderungen. Die Felsen waren schraeg, das Wetter perfekt und die Stimmung gut. Ein schoener Park mit einem sehr guten Museum von und ueber Aborigines in dieser Gegend. Dort tauchten wir ein in die Dreamingstory ueber Gariwell (so der eigentliche Name dieses kleinen Gebirgszuges).

BREAK!

Soweit fuer heute mit dem Versuch meine erlebten Erlebnisse hier fuer Euch aufzubereiten. Wie immer koennte ich hier Romane schreiben, aber mir rennt die Zeit davon. Muss meine 7 Sachen packen, Broetchen schmieren (uebrigens in einer deutschen Baekerei hier in Adelaide gekauft) und ab zum Zug nach Perth! 39 Stunden, vielevieleviele Kilometer und die laengste Geradeausstrecke warten auf mich.

Spirit of Tasmania

•Februar 21, 2010 • 2 Kommentare

Mein Reisetempo hat sich erheblich verlangsamt!  Trotzdem sind die fuenf Wochen auf Tasmanien so schnell vergangen als waerens zwei gewesen. Ankommen, hier hin fahren, dort sein, Auto mieten und woanders hinfahren, dort sein, wandern gehen, frei sein, wieder zurueckkehren aus dieser Blase und irgendwo hinfahren und dort sein, bisschen segeln, dort sein … that’s Tasmania.

Die Rueckkehr vom Overland Track haben wir gebuehrend begossen. Cascade (made in Tasmania mit dem Tiger als Logo) ist echt mal ein gutes Bier, empfehlenswert. Der naechste Morgen fuehlte sich dann nicht mehr so frisch an, es lag wahrscheinlich nicht nur am Wetter und der noch immer nicht absolvierten Dusche. Der Nebel ueberm See tauchte gemeinsam mit dem Bierkater meine endgueltige Rueckkehr in die Zivilisation in einen weichen, angenehmen Schleier. An diesem Morgen hab ich mein erstes klassisches Aussie – Brekkie eingenommen: Ruehrei. ,Sie lieben Eier. Es gibt sie in allen Varianten – Ruehrei mit und ohne alles, mit nur dies und das, mit und ohne Toast, als gekochtes oder anders speziell zubereitet – bis in den spaeten Nachmittag hinein, dass nennt sich dann “everyday breakfast”. Oft wird mit Free Range Eggs geworben, gut so. Dann gings ab zum duschen, nun war mein Koerper wieder so fit um das so richtig geniessen zu koennen. Leider hab ich einen kaputten Duschautomaten erwischt, der kurz vorher bei Sarah noch ging. So blieben mir statt herrlich dekandenten 12 Min nur ruecksichtsvolle, umweltfreundliche 6 Min zum Duschen. Egal, ich habs selten so genossen. Danach hatte ich so gar keine Lust wieder in die durchgeschwitzen Wanderklamotten zu steigen. Mir blieb keine andere Wahl, wartet die frische Waesche doch erst in Hobart auf mich.

Back in Hobart musste ich erstmal nen emotionalen Kater ueberwinden, wie immer wenn wunderbare Zeiten enden. Unsere kleine, feine Gruppe widmete sich wieder in jeweiligen einzelnen Reiseplaenen. Bevor wir aus einander gingen, tauchten wir ins Nachtleben von Hobart ein: Kino, Pub und verschiedenes Bier vom Fass. Nachdem die ersten abgereist waren, wurde mir erst so richtig klar: und was mach ich jetzt?  … Segeln! Im Hafen von Hobart liegt die Windeward Bound, eine huebsche Brigantine. Hingehen, fragen, klarmachen. Hoert sich einfach an, war es dann auch, nachdem ich meine Scheu vor dem Neuen, Fremden ueberwunden hatte. Stephan, einer ausmeiner Bezugsgruppe von Overland Track, hatte vorher schon auf dem Schiff angeheuert. Ihn konnte ich dann bei Verstaendigungsschwierigkeiten wegen der vielen neuen Begriffe und Ausdruecke auf einem solchen Schiff fragen. Das war aber weniger noetig als ich befuerchtet hatte. Obwohl die Einheimischen schnell sprechen und nen gewoehnungsbeduerftigen Akzent haben, konnte ich sie ganz gut verstehen (zumindest das notwendigste). 3 Tage lang durfte ich die Daysails mitmachen und schon in meinen ersten 5 Minuten an Board fand ich mich oben auf dem Square wieder und knotete die Segel los. TOLL!  Segelfieber ahoi … schade, dass die grosse Tour so teuer ist, waere saugern dabei.

Wiedermal war Abschied angesagt, diesmal von Tasmanien insgesamt. Kaum sass ich im Bus in Richtung Devonport, von wo aus die Faehre nach Melbourne startet, drehte sich die Reisebekanntschaften-machen-Schleife weiter. Ich lernte wieder eine Schweizerin kennen, mit ihr verlebte ich einen ruhigen Abend im verschlafenen Devonport und eine aeusserst relaxte Faehrfahrt.

Kaum angekommen am Ausgangspunkt meiner Reise, ruettelte die Grossstadt mit ihren Schnelligkeiten, Menschen und Ausstrahlung ein Wirrwarr bei mir an. Im Hostel machten sich alle Partyfein, laut und betrunken. Nee, darauf war ich ja gar nicht gefasst. Zum Glueck setzte am naechsten Tag wieder die Sommerreisegefuehlentspannung ein und verscheuchte die dunklen Wolken in meinem Stimmungsgefuege. Ich lernte prompt beim Fruehstueck eine Italienerin kennen und machen mich morgen mit ihr und zwei weitern auf die weiterreise gen Westen.

CHEERS!

Take nothing, but pictures.

•Februar 9, 2010 • 3 Kommentare

Overland Track, TasmanienTake nothing, but pictures. Leave nothing, but footprints. Kill nothing, but time.

Overland Track, 80 km in 7 Tagen

Die exakte Dokumentation und besonders das Zaehlen der Reisetage hat aufgehoert. Ich bin raus und so erst richtig drin. Schuhe und Rucksack waren fuer eine Woche lang quasi mein Zuhause. Laufen, staunen, knipsen, denken, reden, laufen, nix denken, nix reden, riechen, fuehlen, schwitzen, keuchen und instant Gerichte essen. Schuhe lueften, Socken trocknen, in den Schlafsack kriechen und bei Sonneaufgang heisst es wieder: willkommen Schuhe, Guten Tag Rucksack. Tagelanges wandern ist doch eine herrliche Reduktion auf das Wesentliche! Das hab ich sehr vermisst.

Der Overland Track ist der beliebteste hiking track in Tasmanien. In den Sommermonaten ist er so beliebt, dass es Wartezeiten gibt und dass nur von Nord “Cradle Mountain” nach Sued “Lake St. Claire” gelaufen werden darf.Pro Tag duerfen etwa 50 Menschen loslaufen, aufgeteilt in Einzelpersonen und gefuehrte Luxuswanderungen. Also nach Anmeldung und Zahlung von 160$ plus 30$ Gebuehr fuer den Nationalpark. Diese Regelungen sind recht sinnvoll, denn so kommt erstens niemand Dir entgegen. Das hat den angenehmen Nebeneffekt, Wildniss doch als solche erleben zu koennen, sobald die vorweg laufenden Wandergenossen aus dem Blickfeld sind. Des Weiteren kann der Track durch die Gebuehren gut gepflegt werden. Und ueber den netten, ordentlichen Zustand der Huetten kann sich so auch keiner beschweren.

Oft laeuft man ueber Bordwalks. Das wirkte erstmal befremdlich auf mich, wollte ich doch durch die Wildnis stapfen.

Nun hab ich gelernt, dass die alpine Landschaft, durch die der Weg fuehrte, so sehr empfindlich ist, dass sich viele endemische Pflanzen nicht mehr erholen, wenn sie einmal platt getreten wurden. Also die Wanderautobahn hat Schutzfunktion. Ausserdem  konnte ich so leichter in der Landschaft herum schauen, ohne zu stolpern.

Der Wanderweg fuehrt durch wunderbare, urwuechsige, unberuehrte Natur – wenn wir jetzt mal von dem Bau der Wege und Huetten absehen – alpine, baumlose Landschaft, Seen, Fluesschen, Hochmoore, Waelder, Stein, Sand, Boardwalks, auf und ab, Abstecher zu Wasserfaellen und auf Berge rauf.Ich bin diese Wanderung ruhig angegangen und hab nur einen Gipfel mitgenommen, den Mt. Ossa. Mit 1617 m ist er der hoechste Berg Tasmaniens. Leider war der krass, weitausgebreitete Rauch der Bushfire, der wie ein Nebel durch das Tal waberte, den weiten Blick ueber Tasmanien einschraenkte. Am dritten Tag, an der Pelion Hut, da wurds mir doch ein wenig mullmig, als die dichten, braunen Rauchwolken irgendwo hinter dem Berg und Wald herauf zogen und die Sonne verdunkelten.

Das gab zwar ein herrliches roetliches Licht, lies aber vermuten, dass die Feuer erstaunlich nah seien.

Dem war zum Glueck nicht so und alle Overland Tracker konnten ihren Weg fortsetzen. Ich bin immernoch fasziniert, wie weit und wie stark sich der Rauch der Bushfire entwicklen kann.

An den Abenden entwickelte sich unter den Wanderern eine Art Gruppenfeeling mit erkennbarer Gruppendynamik. Anfangs noch ein scheues “Ok, die sind also auch mit mir auf dem Track.” und “Where are you from.” Dann wurds irgendwann persoenlicher und unter lachenden Kommentaren tauschten wir uns ueber die Abendessen und Snacks aus. Und was gibts heute zu essen? Ah, cheesy Pasta! Hui, du hast Satay Reis? usw. Und sieh mal da, die dort drueben haben eine richtige Kaffeekanne dabei.Everybody was a bit jealous about this little luxury.

Es ist herrlich bei Sonnenschein durch einzigartige Natur zu wandern. Auf Tasmanien gibt es richtig viel endemische Pflanzen und einzigartige Tiere. Und ein genauer Blick lohnt immer.

Ein Tag begann mit tief haengenden Wolken und verzauberte die Landschaft.

Die Gruppendynamik schritt voran und so wurde nicht nur jeder Abend Stueck um Stueck netter, auch die Sidewalks (die Abstecher vom eigentlichen Wanderweg) entwickelten sich zu einem beliebten gemeinsamen Pausentreff. Neben all den netten aber fluechtigen Bekanntschaften, kristallisierte sich fuer mich eine feine freundschaftliche Wandergemeinschaft heraus, von der mir der Abschied wirklich schwer gefallen ist. Ueberlegungen fuer weitere gemeinsame Abendteuer wurden gemacht bzw. laufen zur Zeit noch.

Meine Lieblingsstelle war die letzte Station vor dem Eintritt in die Touri-zivilisation: “Echo Point” am Lake St. Claire. Bis dahin hat sich mit jedem Schritt, mit jedem Tag die Wirkung der friedlichen Natur mehr und mehr entfaltet. Ich sass dort auf dem Steg und stellte fest, dass es kaum etwas besseres gibt, als an wunderbaren Stellen in der Natur innezuhalten und sich von Frieden und Schoenheit berauschen zu lassen.

Tiger Snake 3:0 Tasmanian Devil

•Januar 27, 2010 • 1 Kommentar

28.zigster Tag in Australien und 13. Tag in Tasmanien

Shortcuts from Tassie

(Sorry, Bleiwueste, es gibt leider keine Moeglichkeit zum Bilder hochladen, Verlinkungen gehen auch nicht.)

Morgen geht es auf den Overland Track, der mich fuer 7 Tage in die Wildniss des tasmanischen, vom Weltkulturerbe beschuetzten “Cradle Mountain” Nationalpark entfuehren wird. Ich bin aufgeregt, denn mein Rucksack ist noch ziehmlich schwer (hauptsaechlich wegen der Verpflegung) und ich war noch nie auf solch einer langen Wanderung. Nur einen Versuch hat es gegeben, damals in Neuseeland beim “Milford Track”. Leider war der mitten im Hochsommer verschneit und somit gesperrt. Alle mussten bei der ersten Huette die  Wanderung abbrechen. Nun also noch ein Versuch und ich bin sehr gespannt, in welcher Verfassung ich zurueck sein werde.

  • Der Sonne entgegen, nicht hinterher: Tasmanien ist bekannt fuer seine gruene Farbe, d.h. viel Regen, ich habe bisher nur einen richtigen Regentag gehabt und sonst viel Sonne!
  • 3:0 Das giftigste Tier Tasmaniens, die Tiger Snake, ist mir dreimal begegnet. Immer war ich im Bush unterwegs und Esther (zur Erinnerung: meine hiesige, temporaere Reisebegleiterin aus Zurich), die sehr gute Augen fuer Tiere hat, entdeckte sie. Meine erste Begnung mit dieser Schlange, deren Bisse auch Menschen toeten koennen, denn ihr Gift ist giftiger als das von Klapperschlangen, war schon angsteinfloessend. Sie kam direkt auf mich zu! Hingegen hab ich noch keinen tasmanischen Teufel gesehen, vom Tiger ganz zu schweigen ;) … Wallabys schon viele, Voegel zahlreich und Wombats noch keine gesichtet.
  • Unsere besuchten Campingplaetze wareb wunderschoen gelegen super gepflegt. Selbst auf den kostenlosen in oder nahe bei Nationalparks war fast immer Klopapier auf den taeglich gereinigten Plumsklos. 
  • Ich war an der South Cape Bay, dem suedlichsten Zipfel Tasmaniens / Australiens, danach kommt nur noch Ozean und irgendwann die Antarktis. WOW, das war toll dort: gruene Gumtree Waelder, Farne, Grass, tuerkises Meer und weisse Straende und fast immer waren wir allein am Strand.
  • Auto gemietet: Mitsubishi Magna. Wir waren seine letzten Benutzerinnen, nach unserer Fahrt durfte er in Teilzeit gehen. Nun wird er nur noch als “Notmietauto” eingesetzt. Links fahren fiel mir leichter als gedacht und in der Stadt hatte ich immer ein Auto vor mir, so dass ich die Spur beim Abbiegen nicht verfehlen konnte.
  • Viele Hauser hier sind oft aus Stein gebaut und noch mehr Haeuser haben eine einladende Terrasse dafuer mit huebscher Zierde am Vordach,  klaro alles vorwiegend im victorianischen Stil.

Fazit: wunderbarer Urlaubsort!

Mit der Tram durch Melbourne

•Januar 18, 2010 • 4 Kommentare

Today, it’s my 19th day in Australia :)

Nun verweile ich schon 4 Tage auf Tasmanien und die Stadt mit ihrem Trubel ist schon fast vergessen. Nein, nicht wirklich aber diese Insel wirkt schon.

14 Tage Melbourne, 15 Tage Australien, was gibt’s da wohl zu berichten?

Das Surren der Ventilatoren gehoert inzwischen zu den gewoehnlichen Hintergrundgeraeuschen, wie mein Tinitus. Ausserhalb der klimatisierten Raeume klingt Melbourne vielfaeltig: ein helles Ding! der Tram, wenn sie bei der Haltestelle ein- und ausfaehrt; ein regelmaessiges Klacken der Fussgaengerampeln bei rot, dass mit dem gruen in ein TackTackTackTackTack umschaltet; umrandet vom brummen der Motoren und dem Geplapper der Menschen. Im Park tritt diese Stadtmusik in den Hintergrund. Hier durftet es nach Pflanzen und das Vogelgezwitscher laesst sich nicht in Buchstaben ausdruecken.

Was ich in Melbourne so gesehen habe, dass zeigen meine Bilder bei flickr.

Mit der Tram durch die Stadt zu fahren ist eine schoene und bequeme Moeglichkeit viel zu sehen. Einmal geht das mit der kostenlosen City Circle Tram, ein historisches Exemplar faehrt den ganzen Tag im Kreis um das Stadtzentrum herum und aus dem Lautsprecher ertoenen Infos zu den Haltestellen. So bin ich auch zu einem Viertel gekommen, dass Watercity / Docklands heisst und mich sehr an Hamburgs Hafencity erinnert: moderne Hochaeuser direkt am Wasser, mit hohen Mieten und teuren Yachten, wenig Baeumen und oeffentlichem Raum (ausser Shopping Malls), dafuer mit viel Design und direkt am Ufer.

So bin ich aber auch nach St.Kilda und Fitzroy gekommen. Das sind zwei der alternativeren Viertel. Fitzroy inzwischen mehr als St. Kilda. Das Viertel gruppiert sich um dem Strand herum und in der belebten Acland Street habe ich Kaesekuchen gegessen und “black forrest” Cake (Schwarzwaelder Kirsch Kuchen) gesehen.

In Fotzroy bin ich nur durch die ewig lange Brunswick Street gewandelt und hab vor den Schaufenstern der kleinen Laedchen Klamotten, Musik, Taschen und was weiss ich nicht noch alles bestaunt. Es gibt dort auch viele Galerien und vor allem Bars und Cafes. A propos Cafe, der ist hier ziemlich gut. Der Latte wird hier mit einem sehr kraeftigen Espresso und aufgeschaeumter Milch gemacht und im einem Glass serviert, dass die Groesse eines normalen Wasserglases hat. Sehr lecker!

Ebenso lecker ist das Bier. Ich hatte ja schlimmes befuerchtet und bin positiv ueberrascht. Es schmeckte bisher alles, bis auf eines: Melbourne Bitter. Das schlichte, eher suessliche und milde Bier mit wenig Sprudel (stell dir Holsten ohne diese herbe Spur vor), hat bei mir nach nur zwei Flaeschchen schon Kopfweh veruracht.  Mein bisheriger Favorit ist das tasmanische Gebraeu von James Boag, am liebsten Premium Lager.

Geschichten ueber Erlebnisse im Hostel gehoeren auch dazu, also: die Hostels in der Innenstadt sind nicht nur teuerer, sondern auch die Stimmung dort ist stressiger – Partystress. So bin ich also ins gemuetliche Coffee Palace nach St. Kilda gezogen.  Als dort ins Zimmer kam, roch ich warum ich erst am Nachmittag rein durfte.  Suesslicher Kotzeduft hing in der Luft. Die beiden Zimmergenossinnen berichteten ganz schuechtern von den beiden Jungs, die so betrunken waren, dass sie nix mehr merkten. Gar nix mehr, sie mussten rabiat und hartnaeckig geweckt werden und sind nach jedem Schritt ins Bad oder beim Packen wieder eingeschlafen. Ich bin ihnen unten noch begegnet: wandelnde Leichen. Sie wurde aus dem Hostel geschmissen, denn sie merkten nicht einmal, dass sie Wand, Matraze und Boden vollgesaut hatten. Zimmer wechseln ging nicht, ausgebucht. Also, Nase zu und Raumspraydose leer machen.

Das Licht hier ist wahnsinnig hell. Da muss ich beim knipsen echt aufpassen, oftmals sind die Bilder ueberbelichtet. Damit der Himmel auch blau aussieht hab ich eine Sonnenbrille fuer die Kamera gekauft, statt Filter.

Und damit die Sonne mir nix antut hab ich mir einen Strohhut gekauft. Taadaa!

 
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