In den letzten zwei Wochen habe ich die riesigen Ausmasse dieses Landes etwas ausfuehrlicher mehr erleben koennen.
In einem Mietauto, einem riesiger Holden Commodore, ging es von Perth nach Darwin. Immer schoen entlang auf dem Highway No.1, der einmal rund ums Land fuehrt. In 3 Wochen wurden mehr als 6000km zurueck gelegt. Eigentlich sind es nur ca. 4500 km – laut maps.google, dank der Sidetrips wurden es dann doch etliche mehr.
Los geht der Roadtrip unterm Souther Cross, dem Sternbild, das als erstes aufgeht und sooooooo charakteristisch fuer die Suedhalbkugel ist. Dieses Bild zeigt den ersten Stop am ersten Roadhouse. Diese liegen doch dichter beisammen als gedacht. Oft muss man von einem zum anderen kaum mehr als 300km fahren, dafuer ist dazwischen wirklich nichts, keine Zivilisation in Form von Haeusern, Menschen, nurNatur, Sonne, Himmel, Tiere und Strasse und … Roadkill: tote Tiere am Strassenrand.
Besonders beeindruckend finde ich den Verwesungszustand, so halb halb, beim Schwanz ist schon das Skelett zu sehen, aber auch noch bissl was drumherum. An einem Tag waren wir spaet dran und mussten bis zum Uebernachtungsplatz noch einige Kilometer im Dunkeln fahren. Da Kaengurus nachtaktive Tiere sind, ist es schon etwas gefaehrlich zu dieser Zeit in einem normalen Auto – normal heisst ohne Bull vorne dran und ganz lang vorneweg reichenden Scheinwerfern – unterwegs zu sein. Prompt tauchte ein richtig grosses Tier neben uns am Strassenrand auf. Jeder, der hier in OZ unterwegs ist weiss, dass Kaengurus nicht ausweichen. Im Gegenteil sie werden fuer sau bloed gehalten, da sie dem Licht nicht ausweichen, sondern einfach drauflos springen. Eben ihrem Fluchtreflex folgen. Nur der fuehrt im Strassenverkehr leider fast immer zum Tode des Tieres oder zu arg eingedrueckten Motorhauben und Windschutzscheibenschaeden. Wir haben die Richtlinien der Autovermietung gebrochen und sind dem Tier ausgewichen. Zum Glueck gabs auf dem Highway nix wo wir haetten gegen fahren koennen und zum Glueck ist das Tier schraeg ausgewichen, so dass wir alle mit einem gehoerigen Schrecken davon gekommen sind.
Einer unserer Schlafplaetze war dieser. Wir naechtigten in Hoer- und Sichtweite zum indischen Ozean, irgendwo in der Shark Bay. Herrlich war das! Das Auto war so gross und bequem, das wir das Zelt nur aufbauten, wenn es zu heiss war und die Muecken uns zu sehr zu setzten.
Ein begehrtes Reiseziel ist die Pinnacle Desert bei Shark Bay, neben vielen anderen Touris waren wir auch dort. In mitten eines sandigen, aber mit niedrigen Straeuchern, Baeumchen und hartem Steppengrass bewachsenen flachen Landstrichs taucht auf einmal diese kleine Wueste auf und in ihr stehen so Saeulen. Wieso, weshalb und warum das so ist, das weiss keiner so genau. Unter anderem wird vermutet, dass es sich um versteinerte Baeume handelt, die in Kuestennaehe wuchsen und im Laufe von Jahrmillionen versteinert und wieder freigelegt wurden. Fuer Liebhaber des 4WD gab es einen Loop, der mit dem Allradauto gefahren werden durfte, um der grossen japanischen Tourigruppe aus dem Weg zu gehen, sind wir diesen Loop zu Fuss gegangen. Das hat sich gelohnt, denn so waren wir zeitweise fast allein zwischen diesen Saeulen und konnten Emus bei der Futtersuche beobachten.
Unser Reiseweg fuehrte uns auch an diesen Dingern vorbei. Was auf der ersten Blick wie Steine im Meer aussieht, sind Bakterien die CO2 in Kalkstein umwandeln und dabei Sauerstoff abspalten und so fuer den Ursprung allen Lebens auf der Erde sorgten. Krass, oder!?! Diese Bakterien leben immer noch und bilden nach und nach diese Gesteinsformationen.
Diese Reise bringt mich dem Aequator so nahe, wie ich es bisher noch nie war. Erstmal habe ich an einem Tag im April den 23,5 Latitude (Breitengrad) ueberschritten und befinde mich nun im Wendekreis der Tropen. Die Luft wurde zunehmend stickiger, d.h. mehr Luftfeuchtigkeit, mehr Sonnenhitze, weniger Wind, abends weniger Abkuehlung und mehr Muecken, mehr Palmen, mehr Gruen … eben tropischer. Da passt das Schnorchelfoto ganz gut rein. Wir sind zum Ningaloo Reef gefahren. Das ist ein Korallenriff, das ebenso schoen und toll und gross und bunt sein soll, wie das beruehmte Great Barrier Reef an der australischen Ostkueste. Das Ningaloo Reef hat den enormen Vorteil, dass es mehr geschuetz und weniger von Touristen ueberlaufen ist!
Hier also habe ich die Welt des Schnorchelns fuer mich entdeckt. Nach ein paar heftigen Schlucken Salzwasser, habe ich auch begriffen, wie man das Schnorchel nach einem Tauchgang leert ohne es aus dem Mund zu nehmen. Die Unterwasserwelt ist krass und man kann ganz leicht die Zeit vergessen, beim beobachten der Planzen und Fische und Wasserbewegungen und fast schwerelosem dahingleiten durchs Wasser. Ich war nur in Kuestennaehe unterwegs und habe das Riff selber gar nicht gesehen, Grund: Geldmangel, aber selbste der Kuestenstreifen war beeindruckend fuer ne Anfaengerin.
Ich kann mich noch immer nicht sattsehen an den endlos langen Strassen, der Landschaft, die sich stundenlang kaum veraendert und ploetzlich dann doch anders ist. Bei einer Pause erwischte ich diesen eher kurzen Roadtrain. Die Limitierungen fuer diese laaaaaangen Laster lag ziwschen 36,5 und 53,5 m. Diese riesen Maschinen brausen mit 110km/h dahin und bremsen fuer (fast) nix.
Der rote Kontinent! Dieses rot ist unglaublich, besonders bei Sonnenuntergang oder auch hier frueh am Tage leuchtet der Sand ganz besonders schoen. Dieses Bild entstand auf einem der Rastplaetze, auf denen kostenlos 24 h lang gestanden werden darf. Wir und viele andere Reisende nutzen diese als Uebernachtungsplatz und selbst wenn wir tagsueber nur wenige Autos auf der Strasse sahen, spaetestens zum Sonnenuntergangen fanden sich eine handvoll davon auf den Rastplaezen ein.
Um so weiter wir nach Norden kamen, um so gruener wurde die Landschft und diese wundersamen Baeume “Boabs” tauchten auf. Die dicken Staemme sehen bisschen aus wie Flaschenhaelse aus denen dann die Aeste ragen. Manche von ihnen, die ganz alten waren sogar teilweise hohl. Sie muessen sehr sehr alt gewesen sein.
The Australian Aboriginal legend of the Boab Tree:“When the tree God created the Boab Tree it was to be the most beautiful of all trees in the universe, with the most beautiful flowers and bearing the juiciest fruit. But as the tree grew to maturity its flowers were mediocre and its fruit had a bad odour and tasted vile. The Tree God became so angry that he yanked the Boab out of the ground and slammed it back in the earth upside down and that is why today, when you see a Boab tree, it looks as if its roots are growing up in the air.”
Auf dem Weg von Perth nach Darwin kommt man unweigerlich, eigentlich, am Karijini National Park vorbei. Aus der flachen Landschaft erheben sich nicht allzu hohe Berge und bei manchen kann man von weiten Risse erahnen und sich irgendwie schon vorstellen, dass dort tiefe Schluchten sein koennten. So recht wollte ich das aber bei der Anreise nicht glauben. Jedoch beim naeheren hinsehen, sprich beim spazieren durch die Schluchten hin zu wunderschoenen Wasserfaellen und natuerlich entstandenen Pools, da kam ich schon sehr ins Staunen. Meterhohe Felswaende ragten dem Himmel entgegen, meine Fuesse standen im fliessend kuehlen Nass und hinter der naechsten Felsecke wartete ein beeindruckender Pool umgeben von Felsen auf mich.
Wir kommen Darwin und dem Aequator immer naeher, selbst Verkehrsinseln, wie hier in Broome deuten darauf hin. Ab Broome wurde aus unserem herrlich relaxtem Trip, mit Stop hier und da, ein “Leben auf der Strasse”. Jeden Tag im Auto, jeden Tag auf dem Highway, jeden Tag “Autokino”. Diese relative Eintoenigkeit versuessten wir uns mit Hoerspielen und Popkorn! Yeah, Popkorn im Auto, Campingkocher raus, Mais rein und schwupps fertig ist das Vergnuegen. Da ist es doch sehr von Vorteil, dass die Strassen leer sind und meistens gerade aus fuehren.
SONNENUNTERGAENGE - habe ich in unglaublicher Vielfalt erleben koennen. Absolut fantastisch!










































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